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Viele Kennziffern Kasachstans stehen auf "Wachstum" – allerdings ist das nicht immer erwünscht.
So hat sich im vergangenen Jahr zum Beispiel die Anzahl der Verkehrsunfälle um einiges erhöht.
Experten haben ermittelt, dass an etwa 15 Prozent der Unfälle Fußgänger schuld waren - der ganze große
Rest ging auf das Konto der Autofahrer, wobei einige Prozent durch den schlechten Zustand der Straßen provoziert wurden.
Hoch sind nicht nur die materiellen Schäden, die man unter ökonomistischem Gesichtspunkt ja auch als
Stimulation der Nachfrage nach Reparaturleistungen betrachten könnte. Hoch ist die Zahl der Verkehrsopfer:
über 3.100 Tote und fast 20.000 Verletzte zählt die Statistik von 2004.
Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum sind bei Verkehrsunfällen in Deutschland bei einer Bevölkerung,
die um den Faktor 5,5 höher liegt, "nur" etwa doppelt so viele Leute gestorben.
Wie kommt das?
Für die hiesige Verkehrspolizei scheint alles klar zu sein. Deren Bericht nennt als zentrale Unfallursache die
"fehlende Disziplin der Autofahrer".
Unsere täglichen Beobachtungen bestätigen das: es gibt zwar durchaus Straßenverkehrsregeln, diese scheinen
aber nicht allen Autolenkern durchgehend präsent.
Doch die Freunde von der Polizei sollten weiter fragen, warum die Disziplin hinterm Lenkrad so lasch ist.
Gründe mag es mehrere geben, einer von ihnen ist mit Sicherheit der gewichtigste: die hohe Zahl von gekauften
Führerscheinen und das Wissen der Regelverletzer, dass man mit dem kontrollierenden Polizisten informell meist
doch handelseinig werden kann.
Da kann man letztlich noch so viele - auch ehrliche - Kontrolleure einstellen: das Problem muss ganz von vorn
angegangen werden. Ordentliche Fahrausbildung und harte Prüfung für alle Fahrwilligen, statt Mauschelei und
Käuflichkeit.
Dann kann man sich irgendwann auch einen Großteil der Polizisten sparen.
Kommentar aus "Deutsche Allgemeine Zeitung" - 10.02.2005
Aber gerade die Mischung verschiedener Ursachen macht die Verkehrssituation brisant:
- der teilweise katastrophale Strassenzustand (felhende Gullideckel, sehr tiefe Strassengräben,
mangelhafte Bauabsicherung)
- mangelnde Fahrpraxis (Zum Glück sind kasachische Führerscheine nicht in Europa gültig)
- die meisten Fahrzeuge sind älteren Jahrgangs und doch stets gut motorisiert
- die Fahrzeuge haben oft erhebliche technische Mängel:
Reifen, die in Deutschland als abgefahren gelten und daher
ersetzt werden müssen, werden aufgekauft und dürfen noch ein paar Jahre ihren Dienst tun. Die schlechten Strassen
tun ihr Übriges dazu und somit sind Reifenpannen an der Tagesordnung.
Der nun fällige Radwechsel findet daher oft ungesichert auf der Strasse statt.
Es ist auch nicht selten, dass Fahrzeuge mit gebrochenen Querlenkern oder Achsen liegen bleiben.
Über den Zustand der Stossdämpfer und Bremsen, kann sich jeder selbst einen Eindruck verschaffen,
wenn er die preisgünstigen Gipsy Taxis wählt - Privatfahrer fahren die Gäste schon für wenige
hundert Tenge an den gewünschten Ort.
- Seit einigen Jahren gibt es sogar soetwas wie einen TÜV, aber leider hat man nur die Gebühren eingeführt
und die technische Überprüfung vergessen. (wohl aus Mangel an Sachverständigen)
- Gurte werden so gut wie nie verwendet, obwohl sie vorne sogar vorgeschrieben sind
- ...
Da die Fahrzeuge selten mit Katalysatoren ausgestattet sind, gibt es immer eine "schöne" Dunst-Wolke
über der Stadt, beissenden Geruch in den Strassen und in den Pfützen schimmert das Öl.
hier ein paar Beispiele:
Das kann ich leider nur bestätigen. Stand Heute:
> Dem ist nichts hinzuzufügen, außer daß sich die Situation weiter verschlimmert.
Zwar werden im Moment große Anstrengungen unternommen um wenigstens die Hauptstrassen in Ordnung zu bringen - das ist in erster Linie
dem neuen Bürgermeister von Almaty zu verdanken -
aber die vielen Nebenstraßen sind weiterhin in einem desolaten Zustand. Reparaturen werden nur behelfsmäßig durchgeführt.
Da werden die Löcher etwas aufgefrässt bleiben dann allerdings über Tage so liegen bis dann die Brigade mit dem
Asphalt kommt und aus dem ehemaligen Loch eine Buckel macht. Das hält dann bis zum nächsten starken Regen oder im bessten
Fall bis zum Winter. Im Frühling kommt fast Alles in "alter Pracht" wieder zum Vorschein.
Was die Zahl der Kraftfahrzeuge angeht, die wächst stetig weiter an und damit auch die Zahl der unerfahrenen
Fahrzeugführer. Da mann hier eine Fahrerlaubnis für ca. 200 $ kaufen kann ist das auch kein Wunder!!
Es gibt hier eine traurige aber leider wahre Redewendung:
"- Auto >> gekauft,
- Führerschein >> gekauft,
- die Fähigkeit des ordentlichen Autofahrens >> NICHT GEKAUFT >> dafür hat das Geld nicht gereicht."
Was im Moment auffällt ist die Tatsache, daß die Zahl der Mopeds und Motorräder stark zumimmt.
Besonders Jugendliche fahren damit und das fast immer mit überhöhter Geschwingigket. Von der Fahrweise ganz zu schweigen.
Dazu kommt der schon beschriebene Zustand der Straßen.
Die Folge davon > Viele Tote, wobei es sich meisst um die Mitfahrerinnen handelt -
Tendenz steigend!
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... many thanks for support.
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